Einleitung
Viele kommen wegen Strand, Wind und Meer nach Fehmarn. Das gehört dazu, klar. Aber die Insel hat deutlich mehr Facetten, die man auf den ersten Blick oft übersieht. Einige Dinge zeigen sich erst, wenn man länger bleibt, zu anderen Jahreszeiten kommt oder einfach mal dort hinschaut, wo Einheimische ihren Alltag verbringen.
Hier findest du zehn Dinge über Fehmarn, die viele Besucher nicht kennen, obwohl sie direkt vor der Nase liegen. Praktisch, bodenständig und mit konkreten Hinweisen, was sich wann lohnt.
1. Fehmarn ist eine der sonnigsten Regionen Deutschlands
Fehmarn wird oft als windige Ostseeinsel wahrgenommen. Was viele nicht wissen: Die Insel gehört tatsächlich zu den sonnigeren Regionen Deutschlands. Für Burg auf Fehmarn, den Inselmittelpunkt, werden im Jahresverlauf rund 2.580 Sonnenstunden gerechnet. Das ist deutlich mehr als in vielen anderen Orten Deutschlands, wo oft Werte unter 2.000 Stunden üblich sind. Klimadaten
Das merkst du besonders im Frühjahr und Frühsommer. Im Mai scheint die Sonne in Burg im Durchschnitt über 11 Stunden täglich, im Juni sogar mehr als 12 Stunden täglich. Während es auf dem Festland noch wechselhaft sein kann, sitzen hier viele bereits draußen im Windschatten. Cafés in Burg stellen früh ihre Tische raus und an der Südküste sind die Nachmittage oft länger hell und freundlich.
Praktischer Tipp:
Wenn du flexibel bist, plane deinen Besuch im Mai oder Anfang Juni. Dann sind die Tage lang und es gibt statistisch mehr Sonnenstunden, gleichzeitig ist der Betrieb geringer als im Hochsommer.
2. Die Insel ist fast komplett flach, aber nicht langweilig
Berge suchst du auf Fehmarn vergeblich. Der höchste Punkt liegt bei knapp über 20 Metern. Trotzdem wirkt die Landschaft nicht eintönig. Felder, Deiche, Steilküsten und weite Strände wechseln sich ab.
Gerade die Nord- und Westküste überrascht viele. Am Niobe-Denkmal oder bei Westermarkelsdorf stehst du auf einer Steilküste mit weitem Blick über die Ostsee. Das fühlt sich deutlich höher an, als es tatsächlich ist.
Lokale Beobachtung:
Viele Fehmaraner fahren abends einfach kurz zur Steilküste, setzen sich auf eine Bank und schauen aufs Wasser. Kein großes Programm, aber genau das schätzen viele hier.
3. Burg ist mehr als nur der Hauptort
Burg wird oft als Einkaufsort oder Durchgangsstation gesehen. Dabei spielt sich hier ein großer Teil des Insellebens ab. Wochenmarkt, kleine Cafés, Arztpraxen, Schulen, alles ist fußläufig.
Rund um den Marktplatz und die Breite Straße findest du viele Läden, die auch außerhalb der Saison geöffnet haben. Gerade im Herbst und Winter bekommst du hier eher einen Eindruck vom echten Alltag auf Fehmarn.
Tipp für Besucher:
Komm vormittags unter der Woche nach Burg. Dann erledigen Einheimische ihre Besorgungen, und die Stimmung ist ruhig, aber lebendig.
4. Im Herbst und Winter zeigt sich Fehmarn besonders klar
Viele verbinden Fehmarn ausschließlich mit Sommerurlaub. Dabei sind Herbst, Spätherbst und Winter für viele Einheimische die schönsten Zeiten. Die Luft ist klar, die Strände leer, und das Licht steht tiefer.
Gerade nach Stürmen wirkt die Küste rauer und ehrlicher. Spaziergänge am Grünen Brink, in Meeschendorf oder rund um Staberhuk haben dann eine ganz eigene Ruhe.
Wichtig zu wissen:
In der Nebensaison sind viele Parkplätze kostenlos, und du findest fast immer direkt einen Platz am Meer.
5. Wind gehört dazu, aber er ist planbar
Fehmarn ist bekannt für Wind. Was viele nicht wissen: Der Wind ist erstaunlich gut einschätzbar. Je nach Küstenseite findest du fast immer windgeschützte Bereiche.
Bei Westwind lohnt sich die Ostküste, etwa der Südstrand oder Staberhuk. Bei Ostwind ist es an der Westküste oft ruhiger, zum Beispiel bei Lemkenhafen oder Orth.
Insider-Tipp:
Wenn es richtig stürmt, fahren viele Einheimische nach Burgstaaken. Der Hafen liegt geschützt, und du kannst das Wetter aus sicherer Nähe beobachten.
6. Vogelzug ist hier Alltag, kein Spezialthema
Fehmarn liegt direkt auf der sogenannten Vogelfluglinie. Im Herbst ziehen tausende Vögel über die Insel. Viele Besucher bekommen das kaum mit, obwohl sie direkt darunter spazieren gehen.
Am Grünen Brink, in Wallnau oder bei Westermarkelsdorf kannst du ohne großes Fachwissen Zugvögel beobachten. Morgens und am späten Nachmittag ist besonders viel los.
Praktischer Hinweis:
Ein einfaches Fernglas reicht völlig. Parkplätze an den bekannten Beobachtungspunkten sind meist kostenlos.
7. Die Insel ist überraschend wohnmobilfreundlich
Fehmarn gilt als eine der wohnmobilfreundlichsten Regionen an der Ostsee. Es gibt viele Stellplätze, verteilt über die ganze Insel. Von Strukkamp über Meeschendorf bis zum Südstrand.
Auch in der Nebensaison sind einige Plätze geöffnet. Im Winter ist es oft ruhig, und du stehst teilweise direkt am Meer.
Zu beachten:
Im Sommer solltest du reservieren. Spontan klappt es eher am späten Nachmittag, wenn Plätze frei werden.
8. Cafés sind wichtige Treffpunkte, nicht nur für Gäste
Cafés auf Fehmarn sind keine reinen Touristenorte. Gerade im Herbst und Winter sind sie Treffpunkte für Einheimische. Ein kurzer Kaffee nach dem Spaziergang, ein Stück Kuchen nach dem Einkauf, das gehört dazu.
Orte wie das Café Liebevoll in Burg oder das Kontor in Burgstaaken sind fest im Alltag verankert. Man sitzt zusammen, schaut aufs Wetter und tauscht Neuigkeiten aus.
Hinweis:
In der Nebensaison öffnen viele Cafés später und schließen früher. Montags ist oft Ruhetag.
9. Parken ist entspannter als viele denken
Parken wird oft als Problem erwartet, ist auf Fehmarn aber meist unkompliziert. Abseits der Hochsaison findest du selbst an beliebten Orten schnell einen Platz.
Viele Automaten sind im Winter außer Betrieb. An Naturstränden, an der Steilküste oder an Vogelschutzgebieten parkst du häufig kostenlos.
Lokaler Tipp:
Abends nach 18 Uhr ist Parken an vielen Strandplätzen kostenfrei. Ideal für einen kurzen Spaziergang zum Sonnenuntergang. Mehr zu Parkplätzen findest du hier “Parken auf Fehmarn: kostenlose Parkplätze & Insider-Tipps”
10. Fehmarn ist keine Eventinsel, und genau das schätzen viele
Große Events, laute Promenaden und Daueranimation findest du hier eher nicht. Fehmarn ist ruhiger, strukturierter und bodenständiger.
Das bedeutet nicht, dass nichts los ist. Es heißt nur, dass vieles leiser abläuft. Wochenmärkte, kleine Feste, Treffen am Hafen oder ein kurzer Klönschnack im Café.
Beobachtung:
Viele Besucher kommen einmal im Sommer und dann bewusst nochmal im Herbst oder Winter. Erst dann merken sie, wie vielseitig die Insel wirklich ist.
Fazit
Fehmarn zeigt seine Besonderheiten nicht auf den ersten Blick. Viele Dinge erschließen sich erst, wenn du genauer hinschaust, zu einer ruhigeren Zeit kommst oder dich einfach treiben lässt.
Die Insel ist sonnig, offen, manchmal windig, aber gut planbar. Sie lebt vom Alltag, nicht von großen Attraktionen. Genau das macht sie für viele so besonders.
Wenn du weißt, wann sich was lohnt und wo du hinschauen solltest, erlebst du Fehmarn deutlich intensiver, auch jenseits von Strandkorb und Hochsommer.












